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Jazeps
Vitols(?), der Begründer
der lettischen Kunstmusik, wurde in dem einführenden
Text zur Musikgeschichte des Baltikums bereits ausführlich gewürdigt.
Außer ihm sind aber noch einige jüngere Komponisten zu nennen,
insbesondere Jazeps Medins(?) und Alfreds
Kalnins(?).
Sie sind etwa gleichaltrig mit dem Esten Artur Kapp.
Jazeps Medins(?, geboren am 13. Februar 1877 zu Kowno in Litauen
war 1889 - 1896 Schüler des Musikinstituts und 1907
- 1911 Dirigent in Riga.
1916 - 1921 wirkte er als Opernkapellmeister in Baku und 1922 - l925
an der Nationaloper in Riga.
Kompositionen: Sein Hauptwerk ist die Oper Vaidelote, Sie wurde 1927
in Riga aufgeführt. Ferner komponierte er Lieder, Chorweisen, 2 Balladen
fiir Solo, Chor und Kleine Sinfonie D-Dur, Vokal-Konzert und Suite für
Vokal und Klavier.
Alfreds Kalnins(?), geboren am 23.August 1879, Schüler von
Solowjow in Petersburg, spielte bis zu seiner 1927 erfolgten
Übersiedlung nach Amerika eine große Rolle im lettischen Musikleben.
Das Schwergewicht seines in romantischen Bahnen wandelnden Schaffens liegt
in der Vokalmusik, insbesondere in der Chormusik, die eine volkhafte Haltung
anstrebt.
Kompositionen: Seine Opern Banjuta und Salinieki wurden 1920
und 1925 in Riga herausgebracht. Außerdem hat er einige sinfonische
Werke, Kammermusik-, Klavier- und Orgel-Werke geschrieben.
In
diesen Zusammenhang gehören noch Nikolajs Allunans(?),
als Theoretiker und Bearbeiter von Volksliedern, Pavuls
Jurjans(?), der Sinfoniker Julijs Sprogis(?),
Janis Vitolins(?), Lauma Reinholde, Bernhard und Aleksanders
Valle, Martins Vitins(?), Bernhards
Sosars und viele andere Komponisten, die weniger durch schöpferische
Begabung als durch die mit Nachdruck betriebene Pflege eigenständiger
Musik auf nationaler Grundlage bekannt wurden.
Janis
Medins(?), geboren
am 9. Oktober 1890
in Riga, ist nächst Vitols(?) der wichtigste Vertreter der lettischen
Musik. Er entspricht etwa dem estnischen Komponisten Eller.
1904 - 1913 betätigte er sich als Orchester-Musiker. Als Komponist
ist er Autodidakt.
1914 - 1916 übernahm er die Aufgabe des Leiters der Klavier-Abteilung
bei Diederichs in Petersburg.
1916 - 1920 war Medins(?) als Militärkapellmeister tätig.
Hiernach amtierte er nach der Befreiung Lettlands als Dirigent an der Oper
in Riga und späterhin als Lehrer am Konservatorium.
Kompositionen: In Riga wurden 3 Opern von ihm aufgeführt: "Uguns
un Nakts" (Feuer und Nacht) 1921, "Dievi un cilvetti" (Götter
und Menschen) 1922, und "Spriditis" (Der Däumling) 1925.
Weiterhin
komponierte er eine Kantate für Chor und Orchester sowie kleine Lieder.
Unter den Instrumental-Kompositionen befinden sich Sinfonie e-moll von 1913,
die sinfonischen Dichtungen "Imanta" und "Zilais Kalus", 2 Orchester-Suiten,
verschiedene kleinere Volksmusik-Stücke und Dainas für Klavier.
Janis
Zalits(?) ist als wesentlicher Repräsentant moderner Tendenzen
zu nennen. Seine Kompositionen sind meist vokaler Natur, welche eine radikale
Haltung zeigen und zuweilen an Skriabin erinnern.
Janis Kalnins(?) zeigt sich ebenfalls
harmonisch freizügig, gehört aber durch die Bearbeitung von Volksliedern
dennoch zur Gruppe der nationalen Tonsetzer.
Paula
Licite(?) und Lucija Garute
schöpfen hingegen
aus dem französischen Impressionismus.
Teodors
Kalnins(?), Janis Norvilis(?), Arturs Feils, Bruno Sku1te, Volfgangs Darzins(?),
Arturs Silis und Olgyerts
Kreismanis(?) vertreten wiederum andere Richtungen der Moderne. |